Tagesordnungspunkt 14
Zusammenfassung
Für diese Debatte liegt noch keine geprüfte Zusammenfassung vor. Die Rohdaten der Sitzung – Reden und Abstimmungen – findest du weiter unten.
Reden (3)
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf wird die Gasspeicherumlage abgeschafft. Das senkt den Gaspreis und ist in Zeiten hoher Energiepreise eine Erleichterung für Haushalte und Betriebe. Diese Entlastung bei den Lebenshaltungskosten begrüßen wir ausdrücklich. Doch wie will die Regierung die Entlastung bezahlen? Über den Klima- und Transformationsfonds; da sind wir, lieber Daniel Walter. Eigentlich soll dieser KTF den Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung effizienter Gebäude und Wärmenetze sowie Investitionen in die Klimaneutralität finanzieren. Wenn nun 3,5 Milliarden Euro aus diesem Fonds für die Bezahlung alter Gasrechnungen verwendet werden, widerspricht das dem Zweck des Fonds. Liebe Bundesregierung, alte Rechnungen begleichen, das ist keine Zukunftsinvestition. Dafür muss man nicht studiert haben. Diese Mittel fehlen dann bei Projekten, die uns alle langfristig unabhängig vom Gas machen sollen. Das ist einfach falsch und kurzsichtig. Ohnehin wirkt die Entlastung so, dass derjenige, der viel Gas verbraucht, stärker entlastet wird. Wichtig wäre es aber, den Energieverbrauch zu senken und den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme zu fördern. Deshalb sollte der Ausgleich des Gasspeicherumlagekontos aus dem Kernhaushalt finanziert werden, nicht aus dem Klima- und Transformationsfonds. Die kurzfristige Entlastung der Menschen bei ihrer Gasrechnung ist richtig, reicht aber bei Weitem nicht aus; denn gerade im Wärmesektor nehmen die Belastungen durch steigende Heizöl- und Gaspreise und die CO2-Steuer zu. Ohne Ausgleich ist der CO2-Preis komplett unsozial. Haushalte mit geringem Einkommen werden besonders stark belastet. Wir fordern deshalb die sofortige Auszahlung des versprochenen Klimageldes und die Senkung der Stromsteuer auf EU-Mindestmaß auch für private Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Bundesregierung hat auch keinen ausreichenden Plan für die alten Bestandsheizungen. Was bieten Sie denn den 56 Prozent der Haushalte in Deutschland an, die heute noch mit Gas heizen? Viele sind Mieterhaushalte. Mieter können nicht entscheiden, mit welcher Technologie sie heizen. Aber auch Eigentümerinnen und Eigentümer mit geringem Einkommen sind überwiegend nicht in der Lage, ihre Immobilie energetisch zu sanieren und die alte Heizung auszutauschen. Langfristig werden sie die hohen Gaspreise und die CO2-Steuer bezahlen müssen, auch weil die Bundesregierung die Wärmewende bremst. Das Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds brauchen wir dringend für die kommunale Nahwärme und die energetische Sanierung der Gebäude. Nur so wird Energie bezahlbar für alle. Vielen Dank. – Der nächste Redner ist Hans Koller von der Union.
Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Gasspeicherumlage war ein Instrument in der Energiekrise 2022. Nach dem Ausfall russischer Gaslieferungen musste schnell gehandelt werden, um unsere Speicher zu füllen und die Gasversorgung in Deutschland zu sichern. Das war richtig und notwendig in einer Ausnahmesituation, in der Versorgungssicherheit Vorrang hatte. Aber eines ist genauso klar: Ein Kriseninstrument darf keine Dauermaßnahme werden. Was in der Krise hilft, muss nach der Krise geordnet beendet werden. Und genau das tun wir jetzt, geordnet, transparent und rechtssicher. Liebe Grüne und liebe Linke, diese Gasspeicherumlage wurde damals dem KTF zugeordnet, und jetzt wird ihre Beendigung aus dem KTF finanziert. Das ist richtig, meine sehr verehrten Damen und Herren. Die CDU/CSU-Fraktion unterstützt die Abschaffung der Umlage, weil sie Verbraucherinnen und Verbraucher, Betriebe und Industrie spürbar entlastet und weil sie Haushaltsklarheit, Kontrolle und Transparenz schafft. Unser Anspruch ist klar: verlässliche Energiepolitik mit Maß und Mitte, keine hektischen Ad-hoc-Korrekturen, sondern planvolles Handeln. Mit dem heute vorliegenden Gesetzentwurf wird die Gasspeicherumlage abgeschafft. Ab dem 1. Januar 2026 übernimmt der Bund die Kosten für die Speicherbewirtschaftung. Das ist konsequent, und es ist fair gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, die diese Umlage bislang über ihre Gasrechnung getragen haben. In der Übergangsregelung wird festgelegt: Der Bund gleicht das zum Jahresende bestehende Defizit auf dem Umlagekonto einmalig aus. Und ganz wichtig: Die Entlastung muss an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden. Gaslieferanten sind verpflichtet, in der Rechnung auszuweisen, ob sie die Entlastung vollständig oder nur teilweise weitergeben, mit einer klaren Prozentangabe. Selbst wenn ein Anbieter bisher keine Umlage erhoben hat, muss er auf der Rechnung kenntlich machen, dass keine Entlastung erfolgt. Das schafft Transparenz für alle, ob Privathaushalt oder Betrieb, und es zeigt: Diese Bundesregierung hat hier – auch auf Drängen des Parlaments und insbesondere unserer Fraktion – Verbraucherrechte und Nachvollziehbarkeit gesetzlich verankert. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verordnungsermächtigung. Eine Wiedereinführung der Umlage ist künftig nur in einer akuten Versorgungskrise möglich und nur mit Zustimmung des Bundestags. Das ist gelebter Parlamentsvorbehalt, meine sehr verehrten Damen und Herren. Wir konnten in diesen Beratungen – ich bedanke mich an dieser Stelle herzlich für das gute Miteinander – einige Punkte nachschärfen. Erstens: mehr Transparenz. Jede Kundin, jeder Kunde soll nachvollziehen können, wie sich die Abschaffung konkret auf die Rechnung auswirkt. Zweitens: mehr Kontrolle. Die Trading Hub Europe, also der Marktgebietsverantwortliche für den Gasmarkt, muss künftig jährlich eine geprüfte Kosten- und Erlösrechnung vorlegen. Diese wird von einem unabhängigen Prüfer testiert und zusätzlich von der Bundesnetzagentur und vom Ministerium auf Plausibilität geprüft. Drittens: keine Sonderabgabe. Trading Hub Europe darf keine Gewinne erzielen. So bleibt das System fair und rechtskonform. Meine Damen und Herren, diese Abschaffung ist nur ein technisches Detail im Energiewirtschaftsgesetz. Sie ist eine spürbare Entlastung. Insgesamt werden die Verbraucherinnen und Verbraucher und Unternehmen um rund 3,4 Milliarden Euro entlastet: die privaten Haushalte um rund 1 Milliarde, die Betriebe und Großkunden um rund 2 Milliarden Euro. Die Gaspreise sinken um rund 2,4 Prozent für private Haushalte und 5 Prozent für die Industrie. Es wurde schon einmal angesprochen: Vor der Wahl versprochen und jetzt wird das Schritt für Schritt umgesetzt. Auch der Strommarkt profitiert indirekt; denn Gaspreise beeinflussen über die Gaskraftwerke auch die Strompreise. Wenn Gas günstiger wird, stabilisieren sich auch Strompreise, und das stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit. Meine Damen und Herren, das Fazit ist: Wir entlasten Bürgerinnen und Bürger und Betriebe klar, nachvollziehbar und kontrolliert. Das ist ein Schritt hin zu einer verlässlichen und verantwortungsvollen Energiepolitik. Das zeugt von einer – Sie müssen zum Ende kommen, Herr Kollege. – verantwortungsbewussten, fairen und vorwärtsgerichteten Energiepolitik dieser Bundesregierung. Herzlichen Dank. Vielen Dank. – Der letzte Redner in dieser Debatte ist Enrico Komning für die AfD-Fraktion.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren Kollegen! Dieser Gesetzentwurf ist nichts anderes als das neueste Kapitel im großen Chaosbuch Ihrer gescheiterten Energiewende: ein bürokratisches Monstrum aus Ideologie, Planlosigkeit und Selbsttäuschung. Das Ergebnis ist: Deutschland zahlt, Deutschland leidet, Deutschland verliert. Und das, meine Damen und Herren, wollen wir nicht. Ja, die Entlastung der Unternehmen von der Gasspeicherumlage ist richtig. Aber was Sie hier betreiben, ist nichts anderes als ein Taschenspielertrick auf Kosten der Steuerzahler. Sie nehmen das Geld aus der linken Umlagetasche und stopfen es in die rechte Steuertasche. Und das mit größtmöglicher Intransparenz aus dem sogenannten Klima- und Transformationsfonds, Ihrem Lieblingsgeldtopf ohne Kontrolle. Das ist keine Entlastung, das ist Blendwerk, das ist Täuschung, das ist Abzocke beim Bürger, meine Damen und Herren. Und dann packen Sie im letzten Moment noch Entschädigungsregelungen für den Kohleausstieg in dieses Gesetz. Damit beweisen Sie endgültig: Es geht Ihnen nicht um Arbeitsplätze, nicht um die Wirtschaft, nicht um Vernunft. Es geht Ihnen allein um Ihre ideologische Zwangstransformation dieses Landes. Und deshalb sagen wir ganz klar: Das Gesetz ist nicht zustimmungsfähig. Meine Damen und Herren von der Bundesregierung, über Ihre Energiepolitik lacht doch mittlerweile die halbe Welt, und der Rest profitiert vom Niedergang Deutschlands. Während in anderen Ländern die Industrie boomt, schließen in Deutschland die Werkstore. 36 Prozent aller Unternehmen wollen im nächsten Jahr Stellen abbauen. Bei den Industriebetrieben sind es sogar 41 Prozent. Nur noch jedes siebte Unternehmen wagt es, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Das, meine Damen und Herren, nennen wir Deindustrialisierung. Und was folgt? Was folgt, ist Massenarbeitslosigkeit. Von wegen Fachkräftemangel – es geht ums nackte Überleben unserer Betriebe. Dazu kommt: Den Kommunen brechen die Einnahmen weg, besonders im Osten, aber auch im CDU-geführten Pleitewesten des Herrn Wüst. Die meisten Gemeinden stehen schon jetzt mit dem Rücken an der Wand. Und Sie geben ihnen den Todesstoß. Wachen Sie endlich auf! Wir brauchen keine weiteren ideologischen Träume. Wir brauchen eine 180-Grad-Wende in der Energie- und Wirtschaftspolitik. Wir brauchen eine Politik, die Leistungsträger stärkt, die Familien entlastet, die Unternehmen atmen lässt, die wieder Vertrauen, Arbeit und Wohlstand schafft. Sonst, meine Damen und Herren, war es das mit dem sogenannten „Herbst der Reformen“. Dann folgt der Winter des Stillstands, gefolgt vom Frühling des wirtschaftlichen Tiefschlafs und am Ende ein Land, in dem man sich fragt: – Vielen Dank. – Wie konnte das alles nur passieren? Wachen Sie endlich auf, oder – Herr Kollege, Sie müssen zum Ende kommen. – treten Sie beiseite, damit Deutschland wieder aufstehen kann. Vielen Dank.
Redner nach Fraktion
3 Redner insgesamt